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Augrimmer - From The Lone Winters Cold
Year:
2009 Format:
CD
(limitation unknown)
Label:
Northern Silence Productions Style: Traditional Nordic Black Metal
Review:
German Version
Angesichts des heutigen Trachtens vieler ungeduldiger Musiker, die Fertigstellung eines Albums so schnell und reibungslos wie möglich zu erzielen, ist es doch mehr als Aufsehen erregend, wenn ein Projekt mit bewundernswertem Gleichmut und inbrünstiger Hingabe über Jahre hinweg auf sein Debüt hinarbeitet. Im Falle Augrimmers zogen ganze vier Winter ins Land, bevor man nach einem Demo, einer Mini-CD und der emsigen Ausgestaltung bereits geschriebener, doch offensichtlich nur bedingt zufrieden stellender Stücke endlich reichlich stolz auf die eigene Vollendung hinabblicken konnte.
Dass ein solches Gefühl von Stolz in keiner Weise unangebracht oder gar vermessen ist, wird en detail von jeder einzelnen Komposition dokumentiert, die ihren unstreitbaren Platz auf „From The Lone Winters Cold“ eingenommen hat. Denn was das deutsche (notabene!) Trio einem hier mit unfassbarer, eisiger Verve darlegt, ist schlicht atemberaubend.
Die Grundzüge des Musikalischen wurzeln mehr als deutlich im klassischen Konstrukt des nordischen Black Metal, obschon dies klar differenziert werden muss, lässt sich Augrimmers stilistischer Habitus doch gleichermaßen über den norwegischen Traditionalismus wie die schwedische Melodik definieren. Ganz und gar der gängigen Norm widerstrebend, sieht sich der Hörer jedoch keiner angestrengten Huldigung gegenüber, sondern wird regelrecht umschlossen von einer absolut individualistischen Vorgehensweise; lediglich das strenge Fundament der Musik lässt einen die tiefe Verbundenheit zum traditionellen Element verspüren.
In Anbetracht einer solchen Ausgangsposition ist es daraufhin auch kaum mehr verwunderlich, dass wirklich jedes Stück dieses Debüts ein ungeheures Maß an Qualität und Authentizität für sich beansprucht. Die klangliche Ausrichtung wurde hierfür trefflich roh gewählt, billigt den einzelnen, instrumentalen Komponenten jedoch genügend eigenen Raum zu. In der Praxis äußert sich dies dann insofern, als der Rezipient sich geradezu zurückversetzt fühlt in jene Zeit, als Black Metal noch jung und umstritten war, von der jetzigen Popularität noch gar nicht die Rede sein konnte.
Und genau jener Geist ist es, den Augrimmer mit „From The Lone Winters Cold“ atmet; die Musik ist erfüllt von klirrend kaltem, stürmischem Riffing, einer nicht minder frostigen Betonung des Bassspiels, äußerst bedächtigen Anklängen und maliziöser Grimmigkeit. Hinzu kommt die zweifelsohne vorzügliche Strukturierung der Kompositionen – mit versierter Hand vermeidet man jegliche Art von vorhersehbaren Gängigkeiten und schafft es somit stets, den perfekten Höhepunkt zu erstreben. Der Hörer versinkt dabei förmlich in intensiver Ergriffenheit und flüchtet in die einsamen und ursprünglichen Weiten von Kälte, Nacht und Winter; vergräbt sich in tiefgründigen Gedanken und der Erkenntnis der menschlichen Nichtigkeit im erhabenen Antlitz der Natur. - Stimuliert werden diese hoch emotionalen Ausbrüche von immer wieder einklingenden, kristallinen Akustiktupfern, deren sanfte und nokturnale Aura eine liebliche, doch umso schwermütigere Atmosphäre empor hebt, der man sich nur widerwillig entziehen kann.
Man stelle sich das eben bloß auszugsweise Beschriebene nun auf einer Länge von etwas mehr als vierzig Minuten vor und es sollte allmählich klar werden, welches Ausmaß die Intensität jenes Debüts annehmen kann. Konkret: „From The Lone Winters Cold“ mit seinem konzentrierten, authentischen, nostalgischen Charme ist die seit Langem wohl eindringlichste und bewegendste Interpretation des Nordic Black Metal, die nicht mal am obligatorischen Mangel an Eigenständigkeit krankt – Konkurrenz vorerst ausgeschlossen!
(10/10)
in Worte gefasst von Frostkrieg
In light of nowadays aspiration of many impatient musicians - to reach the completion of an album as fast and unobstructed as possible - it is really more than eye-catching, if a project works towards its debut for years with admirable stoicism and soulful dedication. In the case of Augrimmer, believe it or not, four winters – including a demo and a mini-CD - have past until one was able to proudly look upon one’s own first perfection.
However, that such a feeling of pride is in no way inappropriate or even impudent is being documented en detail by every single composition, which has captured its indisputatious place on “From The Lone Winters Cold”. Since, what the German (nota bene!) trio here presents with unbelievable, icy verve is simply breathtaking. The basic lineaments of the musical content more than clearly root in the classic construct of Nordic Black Metal, even though that must be differentiated subtly, for Augrimmer’s stylistic habitus can be defined by both Norwegian traditionalism and Swedish melody. Though, completely going against the general norms, the listener needn’t face a strained homage, but is downright enclosed by an absolutely individualistic procedure; only the music’s strict fundament lets one sense the deep bond with the traditional element.
Thereupon, in consideration of such an initial position it is barely astonishing that actually every piece of this debut draws upon a monstrous degree of quality and authenticity. For this purpose, the sound-technical direction has been chosen felicitously raw, but still allows the particular instrumental components enough free space. Then, in practice, this is being manifest to that extent that the recipient feels taken back to yon time, when Black Metal was still young and controversial and there was no sign of its present popularity.
And it is this very spirit, which Augrimmer breathes with “From The Lone Winters Cold”; the music is fraught with clanking cold, thunderous riffing, a no less frosty accentuation of the bass-play, acutely thoughtful hints and malicious grimness. Additionally there is this doubtlessly excellent structure of the compositions – with versed hands one avoids all kinds of foreseeable commonness and, thus, steadily achieves in striving for the perfect acme. In doing so, the listener formally sinks in intensive emotion and absconds into the solitary and primordial vastness of coldness, night and winter; delves into profound thoughts and the insight of human nothingness in the august countenance of Mother Nature. – These highly emotional outbreaks are being stimulated by consistently in-pouring, crystalline acoustic-dots, whose mellow and nocturnal aura raises a dulcet, but the more lugubrious atmosphere, which one can escape from only unwillingly.
Now imagine these fractal impressions on a length of somewhat more than forty minutes and by and by it should become clear, which dimension the intensity of yon debut is able to adopt. Precisely: For a long time, “From The Lone Winters Cold” with its concentrated, authentic, nostalgic charm is arguably the most haunting and moving interpretation of Nordic Black Metal, which not even suffers from the obligatory lack of originality – for the time being there will be no concurrence!
(10/10)
translated by
Frostkrieg
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